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<Per Hand ausgefüllte Video-Eingabetafel im Bild> INT: September 25, 1996, survivor Erna Adorian, maiden name Isser, interviewer Sonia Schwarz in Ramat Gan, Israel. The Language is German. <Schnitt, Interviewte und Interviewerin zusammen im Bild> INT: My name is Sonia Schwarz, I`m conducting the interview with Mrs. Erna Adorian, today September 25th 1996 in


Segment [1]
Zur Person
Zum Interview
Erna Adorian
* 02.05.1922 in Rumanien - Cernauti
Jüdische Überlebende
Lager und Ghettos
Mogilev-Podol'skii (Vinnitsa, Ukraine, UdSSR)
Cernauti (Rumänien)
interviewt am 25.09.1996 in Ramat Gan - Israel
Sprache Deutsch
Länge 01:36:00
Interviewer(in) Sonia Schwarz
Kamera Yossi Hasson
Transkription Stefanie Mürbe
Code 19849
<Per Hand ausgefüllte Video-Eingabetafel im Bild> INT: September 25, 1996, survivor Erna Adorian, maiden name Isser, interviewer Sonia Schwarz in Ramat Gan, Israel. The Language is German. <Schnitt, Interviewte und Interviewerin zusammen im Bild> INT: My name is Sonia Schwarz, I`m conducting the interview with Mrs. Erna Adorian, today September 25th 1996 in
Ramat Gan, Israel. The Language is German. <Schnitt, Interviewte im Bild> INT: Wollen Sie uns Ihren Namen sagen? Wo Sie geboren sind, wann Sie geboren sind und wie alt Sie heute sind? EA: Ich heiße Erna Adorian, geboren in Czernowitz, Bukowina, 2. Mai 1922. (--) <seufzt>. INT: Wie hieß Ihr Mädchenname? EA: Isser, Isser Erna. INT: Können Sie uns etwas über Ihre Kindheit, Jugend erzählen? EA: Ja, ich hatte eine sehr, sehr gute Jugend. Ich war die Einzige, sehr verwöhnt, (aus) guten Verhältnissen. Hat mir nichts gefehlt, es war mir sehr, sehr gut (-) bis, bis der Krieg ausgebrochen ist. // INT: Noch ein bisschen vorher, wie, Sie wohnten bei Ihren Eltern? /// Ja, ich war noch jung,
bei meinen Eltern. // INT: In einer Wohnung? //// In einer Wohnung, in der Hauptstraße und wir hatten zusammen das Geschäft und mit der Wohnung. Meine Eltern hatten ein Kolonialdelikatessengeschäft, meine Mutter hat immer gearb-, war immer im Geschäft und mein Vater war auch oft, aber mein Vater war auch Außen beschäftigt. Ich hab die Schule besucht, vorerst die Volksschule, dann das Gymnasium. // INT: Was hat Ihr Vater getan außerhalb des Geschäftes? /// Mein Vater war Sekretär bei einen Advokat, bei einen Notar (-) und wenn er frei war, dann war er zu Hause und hat geholfen im Geschäft, wir haben auch gehabt Arbeiter im Geschäft, nicht. (--) INT: Ihre Eltern haben auch Geschwister gehabt? EA: Ja. Meine Mutter hatte noch zwei Brüder und eine Schwester.
Ein Bruder und eine Schwester waren verheiratet, die haben Kinder gehabt. Der eine Bruder hat ein Mädel von 16 Jahre gehabt, wie sie in Transnistrien umgekommen ist und meine Tante hatte ein Bubel von 6 Jahre, das ist auch dort umgekommen. <seufzt> Väterlicherseits (-) hab ich eine Onkel, eine Tante gehabt (--), die haben sich (-) irgendwie gehalten. Zwei Söhne, dass der Ältere, den, den hat man sehr, sehr gequält. Wir waren in Mogilev, man hat ihn von Mogilev immer weiter genommen nach Bichara (nach Gehör) und wir haben nie geglaubt, dass er einmal zurückkommt. Aber wenn man Glück hat, er ist zurück und lebt in Amerika. INT: Alle Ihre Verwandten lebten in Czernowitz? EA: Fast alle, nicht alle. Meine Großeltern haben gelebt in Sadagura.
Äh der jüngere Bruder von meiner Mama hat gelebt in Sadagura. // INT: Wie war die Stadt_? /// Sieben Kilometer von Sadagura nach Czernowitz. Das war über eine Brücke, über den Pruth. Und dort war, das war einmal sehr berühmt diese Stadt, weil es waren die Rabbanim (Rabbiner). (-) Die waren, dort war dort ein großes Gebäude von Rabbanim und das war sehr, sehr bewusst auf der ganzen Welt. Auch heute gäbe es noch von Sadagura Rabbanim, die auch hier da sind. Ja? INT: Wie war Ihr jüdisches Leben? EA: (-) Äh, meine Eltern, meine Großeltern waren sehr religiös. Meine Eltern haben geführt ein jüdisches Leben. Das heißt, die haben Geschäft offen gehalten Samstag, weil die, es musste es offen halten, aber war koschere Küche.
Äh, Rosh ha-Shanah, Jom Kippur ist man gegangen (in den) Tempel. Man hat gebetet und man hat gehabt ein_. Czernowitz war überhaupt so ein, mehr so eine jüdische Stadt. Es haben sehr viele Juden gewohnt und es war ein sehr schönes Zusammenleben dort. Man hat sehr, sehr gut und schön gelebt, solange der König war. Wir hatten den König Carol, bis er den Thron verlassen und dann ist gekommen sein Sohn Michael, der war noch jung und (-) dann hat angefangen alle, alle, alle schlechte Sachen. INT: Sie sind in Czernowitz in die Schule gegangen. War das eine rumänische Schule? EA: Ih-, ja. Das war eine rumänische Schule, aber das Gym-, das Lyzeum war auch rumänisch. War eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht. Also diese Schule mit dem_, die Privatschule,
die hat sehr viel Geld gekostet. Ich erinner mich, meine Eltern haben für mich gezahlt für Monatsbeitrag für die Schule. Das hat man gezahlt nach Verhältnisse, mehr wie viel ein Arbeiter hat verdient einen Monat. Es war sehr streng bei uns dort die Schule, sehr streng, aber es war eine der besten Schulen. Und der Direktor war ein Jude (--) und Lehrer waren gemischt und Schüler waren meistens Juden, selten_, bei unserer Klasse war eine einzige Christin, eine Rumänin. Sie war die Tochter von einem hohen Offizier. (--) Ja, konnte sich nicht jeder leisten diese Schule. INT: Wie hieß die Schule? EA: Hoffmann (nach Gehör), Hoffmann-Gymnasium. Und nachher wenn man den Professor Hoffmann (nach Gehör) herausgeworfen hat, hat es geheißen Liceul Julia Haşdeu. Und wir haben Uniform getragen, schwarze Kleider,
große weiße Kragen, ich hab Bilder davon, und <zeigt auf ihr Dekolleté eine Pepita-Masche. Dann haben wir Barett getragen und die Initialen von der Schule. Wenn das war L-P-F das heißt das Lyzeum, Privatlyzeum für Mädels, war die dies und dann L-I-Hasch (nach Gehör) war das, das war Liceul Julia Haşdeu. Und hier <zeigt auf ihren linken Oberarm> hat jeder eine Nummer gehabt. Also jeder hat die Nummer, ich erinner mich, ich hab gehabt hundert-, 164. Das weiß ich. War meine Nummer alle Jahre. Und wir durften keine andere Kleider tragen, nur Uniform, nur Uniform und nicht später als acht Uhr auf der Straße sein. Auch mit Begleitung der Eltern durften wir nicht und im Kino nur vorgeschriebene Filme, die man uns vorgeschrieben hat, zu ler-, zu sehen. Sonst_ (-). Ich bin einmal durchgebrannt
im Kino, weil ich hab eine Professorin gesehen dort und ich hab Angst gehabt sie wird mich sehen, bin weg. Dann haben wir schwarze Strümpfe getragen, dunkelblaue Mäntel mit solche graue Kragel (nach Gehör) (-). Das war unsere Uniform. Sehr streng. INT: Und man hat Sie einmal erwischt? EA: Einmal hat man mich erwischt etwas sehr_. Das war schon Zeit, wo man, wo die Deutschen haben schon probiert und es hat angefangen Codreanu [Corneliu Zelea Codreanu] bei uns (nach Gehör) und Cuza [Alexandru C. Cuza] und Codreani. Und ich bin noch in die Schule gegangen mit meiner Freundin. Das war frühmorgens. Wir waren, ich weiß, ich glaube, in der vierten oder fünften Gymnasialklasse und wir durften keine andere Sprache sprechen, nur Rumänisch. Aber wir waren nicht gewöhnt Rumänisch zu sprechen und das ist so gegangen von alleine, die deutsche Sprache. Und dann hab ich meine Freundin gesprochen, beide, aufm Weg zur Schule. Wir sind hereingekommen und
kein Mensch war neben uns. Wir sind herein gekommen in die Schule, ist gekommen die Direktorin, hat uns beide gerufen, wir haben Deutsch gesprochen. Haben wir gezogen mit den Achseln. Sagt sie: "Ja ihr habet Deutsch gesprochen." Und hat uns gegeben Einser bei Deutsch, bei Rumänisch. Das war die erste <seufzt> das erste, was sie konnte uns tun, ja. Wir haben uns sehr geärgert, hat aber nicht viel geholfen und meine Mutter hat mir genommen dann Privatprofessoren. Ich glaube das war, bei uns war eine kleine Matur und eine große Matura, das war vor der kleinen Matura. Und meine Mutter hat mir genommen Privatprofessor und ich bin durch. INT: Das heißt, am Anfang die Sprache in der Schule war Deutsch? EA: Die haben überall Deutsch gesprochen. Bukowina war nur Deutsch. Meine Mutter hat geführt ein Geschäft, sie konnte nicht Rumänisch. Und dann hat man
gegeben Auftrag, dass, äh, nur Rumänisch soll man sprechen und die Leute haben das nicht können, niemand hat das gekannt. Auch die Professoren bei uns in der Schule haben nicht gut, haben nicht gut Rumänisch gesprochen, weil die waren auch gewöhnt nur Deutsch. INT: Haben Sie ge-, Kontakt gehabt mit der nicht-jüdischen Bevölkerung von Czernowitz? EA: Ja. (-) Ähm, es war nicht viel, es war nicht viel, aber es waren und alles war sehr nett und sehr, man war sehr, man hat sehr gut zusammengelebt, sehr gut zusammengelebt. Man hat nicht gefühlt diesen Antisemitismus und das alles hat man überhaupt dort nicht gefühlt. Man war das nicht gewöhnt. Hat man das nicht gefühlt. Aber bis, es hat angefangen, ist gekommen, (-) hat sich geändert die Politik und da ist gekommen Cuza und dann ist gekommen Codreanu, die Eiserne Garde. INT: Wann war das ungefähr, in welchem Jahr? EA: Das war ungefähr 37 [1937], 38 [1938].
So etwas. Und die haben angefangen, (--) zu machen verschiedene Kari-, Karikaturen von Juden, von alte Leute, von Kinder, von, von allerlei. Und da waren die alle Hauptstraßen voll mit Bilder, mit Karikaturen. Alle Zeitungen waren Karikaturen über die Juden, alles nur mit Juden. Und dann war dieser Codreanu und der sollte auch kommen auf dem Ruder (an die Macht) und in dieser Nacht hat man ihn heruntergesetzt. Und er sollte in dieser Nacht alle Juden umbringen. Alle Juden in Czernowitz umbringen. // INT: Das war eigentlich vor Anfang des Krieges? /// Ja. Ja, ja. Damals hat es angefangen. Ja. // INT: Und war hat den, (-) äh _? /// Ich weiß, genau kann ich das nicht sagen, aber ich weiß nur, dass, es war Cuza und Codreanu und die waren verschieden und dieser Codreanu sollte kommen, äh, auf dem Ruder und man hat ihn heruntergesetzt in dieser Nacht.
Hat jeder gesagt, wie gut, sagt er, sonst morgen wären wir alle nicht mehr gewesen. Aber man hat auch viele, viele Juden und Kapazitäten von die Häuser raus genommen, man hat sie umgebracht, man hat ei-, heißen alle Männer, alle Männer, alle Intellektuelle herausnehmen und dann ich hab gesehen bei uns, die sind vorübergegangen, bei uns die Straße, Hände hoch alle. Mit, manche sogar mit Maschinengewehr hinter denen und man hat erzählt, man hat sie beim Pruth niedergeschossen. Darunter war auch ein Rabbiner Mark (nach Gehör) und (-) Ärzte, Professoren. (5) Ja. INT: Und dann was geschah weiter? EA: Weiter <stöhnt> 1940 sind die Russen zu uns einmarschiert (--) und dann haben die || Rumänen_. INT: Bevor ||| die Russen einmarschiert sind unter den Rumänen,
gab es dann schon Vorschriften für die Juden, für || die jüdische Bevölkerung? EA: Ja, ja. ||| Juden durften keine Geschäfte haben, durften nicht gehen in der Straßen und durften nicht gehen in Restaurants und durften nirgends gehen. Das, das war die zwei, drei Jahre vor, bevor die Russen eingetreten sind, eingekommen sind. Bis, bis die gekommen sind. Die haben, die haben uns sehr, sehr, sehr weh getan, sehr, sehr schwer gelitten. Und dann haben die uns, dann sind die Russen herein zu uns. INT: Und was ist zum Beispiel mit dem Geschäft von Ihren Eltern passiert während dieser Zeit? // EA: Wenn die gekommen sind /// Bevor die Russen gekommen sind? // EA: Wenn, || bevor_. /// Vor ihnen. ||| EA: Wir haben zu gemacht. Durfte nicht halten. Wir haben ein Dienstmädel gehabt. Durfte man sie auch nicht halten. Und sie ist weggegangen, weil sie hat, sie musste weggehen, ist sie da gekommen. Wir haben ein Hausmeister gehabt im Haus, ist sie gekommen, hat sie dort geschlafen und ist gekommen helfen, dass niemand weiß und niemand sieht, dass sie uns das macht. Aber
niemand durfte halten eine Magd oder jemand. Das hat es nicht gegeben. INT: Und wie habe-, hat die jüdische Bevölkerung gelebt || in dieser Zeit? EA: Sehr schwer. ||| Mit viel Angst, viel Angst und man war, man war so niedergeschlagen. Man wusste nicht, was der Morgen bringt. Man hat sehr gea-, man hat sehr Angst gehabt. Was bringt der Morgen, was wird mit uns geschehen, wo werden wir sein? // INT: Und finanziell? /// Finanziell, schauen Sie, die alle Leute in Czernowitz, sagen wir, der größte Teil waren gut situierte Leute. Äh, Juden waren nicht sehr viele, die gearbeitet haben. Gewöhnlich haben die Geschäfte gehabt, Bankett (nach Gehör) all solche, Restaurants oder, aber=äh, waren nicht sehr viele, die schwer gearbeitet haben. Waren auch solche, aber nicht viele. Und man hat irgendwie gelebt. INT: Das heißt, man konnte
einkaufen gehen, wo man wollte, kaufen was man wollte? EA: Nein, nein. In der Hauptstraße konnten Sie nicht gehen, schöne Geschäfte nicht. Sie, Sie waren zufrieden, Sie haben gekauft, weil Sie haben gebraucht für sich zum Essen. Verstehen Sie, dass_. INT: Dann, wo hat zum Beispiel Ihre Mutter eingekauft? EA: Das weiß ich nicht mehr. Ja, damals hat mich, das alles hat mich damals nicht interessiert. Ich war doch wirklich noch so jung. INT: Und man hat darüber zu Hause gesprochen? EA: Ja, da hat jeder darüber gesprochen. Auch ein, die Kinder haben darüber gesprochen. Dass man hat Angst, wir haben Angst hinzugehen, wir haben Angst herzugehen. In der Schule hat man uns sehr viel, sehr viel_. Ich weiß von der Schule aus, ja, wir haben sehr viel gehabt zu leiden in der Schule, sehr viel haben wir gelitten. Aber_. INT: Wie meinen Sie das, wenn Sie sagen, Sie haben sehr gelitten in der Schule? EA: Wir haben uns zum Beispiel nicht gerufen beim Namen wie sonst
hat man uns gerufen, sondern Jidan, Jidanka, Jidauka (nach Gehör, abwertende Bezeichnung für "Jude", "Jüdin"). Das, das war dieser Namen, das-, sonst sagt man <rumnänisch> Evreu (neutrales Wort für "Jude") und das ist st-, das ist eine Beleidigung. Verstehen Sie? So, so frecher. Aber man hat es alles runtergeschluckt. Wahrscheinlich wird man auch damit gewöhnt, ja. Und die haben uns geschrien: <rumänisch> „Jidani, ţigani le Palestina!“ (nach Gehör). Das heißt Jidan (nach Gehör), Juden und Zigeuner nach Palästina! Immer hat man uns das geschrien, immer. INT: Das heißt, in diesem privaten Schule waren mehr Nichtjuden als Juden damals? EA: Nein, damals waren 99 Prozent Juden und nicht die haben geschrien in der Schule, sondern draußen hat man auf uns geschrien, in der Schule nicht. Aber die Professoren haben gemacht, die welche nicht Juden waren, die haben das sehr gemacht. Und die haben alle jüdische Professoren rausgeworfen. Die hatten viele. INT: Und wie war die rumänische Bevölkerung
zu den, zu der jüdischen Bevölkerung während dieser Zeit? EA: Äh, schauen Sie, solange es war ruhig, war ruhig. Und wenn man beginnt, dann waren alle dagegen. Dann waren alle gegen die Juden. Denn gegen Juden gewöhnlich geht man doch, ja. Mein gottseliger Mann hat immer gesagt, es geben zwei Kategorien Gojim (Nichtjuden): <hebräisch> Soneh Israel (Israelhasser), (--) Soneh Israel und Antisemiten, sonst gibt es nichts. (---) So ist es <seufzt>. INT: Haben sich Ihre Familie, Ihre Eltern überlegt etwas zu tun, wo man gehört hat neunzehnneununddreißig [1939], dass zum Beispiel die Deutschen nach Polen || einmarschiert sind? EA: Ja. ||| Die haben viel gedacht, aber man konnte nicht. Weil, mein Vater hat drei Brüder gehabt in Amerika und er hat noch einen Bruder und eine Schwester gehabt in Czernowitz. Und (-) haben, müsste haben ein Affidavit (für die Einwanderung in die USA benötigtes Zertifikat)
und das geht nicht. Da kommt eine Quote. Da kann man nicht so schnell herausfahren. Muss man, das dauert sehr, sehr lange. Das ist nicht so einfach, sehr, sehr lange. Und inzwischen hat man uns deportiert. (5) INT: Sie wussten, dass die Russen eventuell einmarschieren würden? EA: Nein, das hat niemand gewusst. Eines Tage-, in einer Nacht sind die einmarschiert und waren da, mit Tank und mit allem. // INT: Und wann war das? /// Neunzehnvierzig [1940]. INT: Sie, erinnern Sie sich an, (-) ob es war Frühling oder Sommer? EA: Ich kann Ihnen_, Winter war es nicht jedenfalls. Ich erinner mich, mal denen Blumen geworfen und es war alles so frei, aber_. Und da die Fahne, die rumänische ist ja rot, gelb, blau. Haben die alle heruntergerissen, gelb und blau und gelassen nur
den roten Teil für die Fahne. Und dann haben die Rumänen abgezogen, aber das ist alles ganz ruhig gegangen. War kein Krieg und nichts. Die Rumänen haben abgezogen, die Russen haben alles besetzt und alles requiriert und alles weggenommen. Und, häh, das war es. INT: Sie waren immer noch in Ihrer Wohnung? EA: Ja. Ja. Aber dann hat man gesagt, man wird von den Wohnungen immer kleiner lassen, weil es kommen viele Russen. Die hei-, sind gekommen sehr viele zum Arbeiten, und=äh, die, die haben Leute gehabt. Äh, ich weiß, die waren alle Direktoren da und Direktor dort und man hat alles, äh, (-) es-, die hat-, niemand hat gehabt etwas Eigenes mehr. Kein Geschäft und nix. Das war Kolchos und das war alles, äh, das war alles eines.
Und alle haben müssen arbeiten gleich. Gehalt je nachdem wie man das gekriegt hat. Und=äh, ich hab noch die Schule besucht damals. Ich hab noch besucht die Schule. Ich hab geendigt damals die Schule. Das war eine jüdische Schule, aber man hat gelernt Russisch, Ukrainisch, Jiddisch in dieser Schule und die, einundvierzig [1941] sind die Deutschen wieder ein-, || Rumänen und_. INT: Bevor die ||| Deutschen, äh, gekommen sind, Ihre Eltern haben unter den Russen gearbeitet? EA: Man musste arbeiten, ja. Mein Vater hat gearbeitet in einer Bierfabrik (---) und meine Mutter in einem Geschäft. INT: Ihr eigenes Geschäft wurde weitergeführt || oder wurde zugemacht? EA: Nein, nein. ||| Man hat das alles herausgenommen, alles weggenommen und zugemacht. INT: War es schwieriger zu leben unter der russischen,
äh, Besetzung (-) // EA: Als? /// als unter der rumänischen? EA: Rumänischen, wenn es war der König, dann war es sehr gut, nicht wenn es war Cuza und Codreanu. Hier waren wir vielleicht ein bisschen sicherer, aber auch nicht sicher, denn die Russen haben die Bourgeois (nach Gehör), das waren die reichen Leute, nach Sibirien deportiert. Und niemand hat gewusst, wen morgen. Das haben die immer in der Nacht gemacht, so dass_. INT: Die Russen haben die jüdische Bevölkerung anders behandelt wie die rumänische Bevölkerung oder es war gleich? EA: Äh, ich weiß nicht, ob es war gleich. Anfang haben die das noch, haben wir das noch nicht so gefühlt. Die sind gekommen, viele haben sich gefreut: "Die Russen sind da, die haben uns befreit." Viele waren Kommunisten, verstehen Sie? Aber (--) wir haben das alles noch nicht so gefühlt am Anfang
und wir haben auch keine Zeit gehabt denn eben hat (man) sich umgesehen, sind schon wieder die, waren schon die Deutschen, Rumänen wieder da. Sind die Russen raus. INT: Und dies ist auch geschehen über Nacht, ohne Kampf, ohne gar nichts? EA: Ja, ja. Ohne Kampf, ohne nichts. Ich habe mich erinnern, wie die Russen alle an der Wand zu Einzeln sind gegangen und ja. Die sind heraus und die sind herein. Und wenn die gekommen sind, das Erste haben die gemacht ein Ghetto und alle Juden in Czernowitz ins Ghetto getrieben. INT: Und wo war das Ghetto im Verhältnis zu Ihrer, Ihrer Wohnung? EA: Äh, das war untere Hauptstraße und, ähm, Lilia-, ich_, unten, das war unten die Liliengasse, die weiß-, ich kann das jetzt nicht so ausrechnen alle Straßen, aber das war ein Teil und alle Juden mussten dort hin zu uns, wir haben bei uns in der Wohnung waren drei, vier Familien. Haben wir aufgenommen, die waren alle zusammen dort.
(--) <seufzt>. INT: Wo haben die Deutschen das Ghetto erstellt? Sie haben einfach gesagt diese Straßen sind das || Ghetto // EA: Ja. ||| /// oder sie haben es mit Stacheldraht_? EA: Diese Gassen sind das Ghetto, abgesperrt und keiner konnte raus. INT: Abgesperrt wie? EA: Mit Polizei, mit, ich weiß, Wände, was die alles gemacht haben, aber niemand konnte herausgehen. Das konnte_, wenn man jemanden ge-, ge-, trifft, dann erschießt man ihn eben, ja. Und war es sehr, wir waren sehr zusammen und die Angst war viel größer, weil_. Und dann haben die angefangen zu deportieren. INT: Bei Ihnen in der Wohnung oder in dem Ghetto in Czernowitz war auch ein Teil von Ihrer Familie? EA: Bei uns in der Wohnung, ja. Es war von meinem Vater der Bruder mit der Frau, der, die Schwester von meinem Vater mit Mann und zwei Söhne, von meiner Mutter eine Schwester mit Kind. (--) Ja. Und war noch eine Familie
aus Czernowitz. INT: Und wie konnte man Nahrung bekommen? EA: Meistens war im Haus. (--) Wir waren nicht sehr lang im Ghetto. Das war sehr kurz, das Ghetto, bis man uns alle deportiert hat. INT: Sie wurden gezwungen zu arbeiten im Ghetto? EA: Ja. // || INT: Was mussten Sie_? /// Oft hat ||| mich meine Mutter versteckt. // INT: Wo? /// Im Geschäft, in der Auslage. Das Geschäft war leer, das hat niemand gebraucht, es war abgesperrt. Hat meine Mutter mich, war so ein-, zwei Türen, das war wie so ein, so ein, ähm, so wie ein Fenster, hab mich dort herein gesetzt und da war eine Rolle heruntergelassen und ich hab herausgeguckt durch die Gucklöcher, durch, wo man die Schlüssel hereinsteckt. Hab ich herausgeguckt und hab gesehen, wenn man die Leute zusammennimmt und man fährt sie zur Arbeit und_. INT: Ihre Eltern hat man auch zur Arbeit genommen? EA: Ja, meinen Vater, ja, ja. Meine Mutter und ich, die haben uns mehr versteckt. Schwere Arbeit getragen, überall gearbeitet.
Aber manchmal hab ich auch. Es ist mir nicht immer gelungen, mich zu verstecken. Die sind manchmal gekommen und die waren da. // INT: Wer war da? /// Die Polizei, die deutsche, die rumänische sind gegangen von Haus zu Haus suchen. (--) Leute herausnehmen von den Wohnungen, führen zu Arbeit. Und man hat nie gewusst, ob man zurückkommt, ob man nicht zurückkommt. Hat man nie gewusst. (7) Ja. (4) INT: Wie fing es an mit den Deportationen nach Transnistrien? EA: Man hat gemacht, ich denke, ich erinner mich, wenn ich mich noch erinnere, hat man gesagt, heute geht diese Straße und morgen geht diese Straße. Aber das war nicht offiziell in einer Zeitung oder irgendetwas. Das war nur, dass man gehört hat. Aber wann die
sind gekommen, wie sie sind gekommen, weiß ich nicht. Es sind gekommen deutsche Soldaten und haben gesagt: "Raus!" Also jeder hat sich schon irgendetwas vorbereitet, viel kann man, kann man nicht schleppen, nur eine Rucksack hat jeder genommen. Das Wichtigste, was man hat gebraucht, und alles ist stehen geblieben, so wie die Wohnung steht. Und so hat man uns herausgeworfen von die Wohnung, ja. INT: Was haben Sie mitgenommen? EA: Was ich hab mitgenommen? Ich habe mitgenommen <lächelt>, ich habe mitgenommen zwei Bücher, die waren sehr schwer. Ich habe mitgenommen vielleicht zwei oder drei Kleidel (Kleider) und meine Mutter hat gesagt: "Wir kommen gleich zurück, ärger dich nicht, lass deine Sachen, ärger dich nicht." Wollte meine Puppen mitnehmen, ich weiß, was alles ich wollte mitnehmen. Ich hab nicht viel mitgenommen. Ich hab mitgenommen zwei, drei Kleidel. Ich weiß, welche Schuhe, etwas Wäsche, Nachthemd. Das hab ich mitgenommen.
INT: Man wusste schon, wohin man deportiert wurde? EA: Nein, nein, nein. Aber eines haben wir gehabt, meine Mutter hat, mein Vater, (-) in Absätzen von Schuhen haben wir alle gehabt Goldsticker, in meine Schuhe, bei meiner Mutter, bei meinem Vater. Und man hat mir immer gesagt: "Weißt du, da hast du etwas. Wenn etwas dir passiert und du brauchst dringend, reißt du das herunter und du hast etwas Geld drin." Ich hab nie gewusst, wie das aussieht. Das haben wir gehabt, sonst haben wir nichts gehabt. Meine Mutter hat einen Pelzmantel mitgenommen, ein Persianermantel, Pfotenmantel, glaub ich, war das, mit denen Hutel (Hut), mit denen Muff. Das hat sie mitgenommen in ihren Rucksack. Und das hat sie gebracht in Lager (--) und das hat sie dort weggeben
für fünf Kilo Kukurzmehl (Maismehl). Und da hab ich viel gekriegt dafür, weil dort war nichts wichtig, nur essen und das haben wir nicht gehabt. <Ende Band 1>
INT: Wann kamen die Deutschen zu Ihnen nach Haus? EA: Die kamen in Ghetto. // INT: Ins Ghetto? /// Ins Ghetto. INT: Wann kamen sie? EA: Ich glaube, das war im Oktober, Oktober 41 [1941]. Da hat man gesagt: "Raus". Man hat uns geführt_. // INT: Wann war das, in der Nacht, am Morgen? /// Das war Morgen ja. Man hat uns geführt zum Bahnhof, weiß nicht, ob es war der richtige Bahnhof, keine Ahnung, und das waren Viehwagons und man hat uns alle hereingestoßen (in) diese Viehwagons, nicht sitzend,
da konnte man nicht sitzen, nur stehen und man hat das alles zugemacht und zugeklopft und da waren nur ganz schmale Fensterchen mit Eisen. War auch wenig Luft drin, Leute haben geohnmachtet und Leute_. Wir sind so gefahren, (--) bis nach Grenze, Rumänien und Ukraine und dieser Platz heißt Otaci. INT: Es waren in dem Waggon Ihre Eltern und auch die Familie, die mit Ihnen war? EA: Ja, ja, ja, und waren noch andere. Sehr viele Leute. Man ist gestanden, gepresst so wie Heringe. Und man konnte_, es war kein Klo, es war nichts. Kein Trinken, kein Wasser, kein L-, und Leute haben geohnmachtet, es war kein Wasser, man hat auch nichts gegeben. Und wenn man hat gebeten irgendetwas, haben die sofort geschlagen und konnte nicht die Hand ausstrecken oder was.
Und wenn wir hingekommen sind, hat man uns herunter und dort war, das ist (-), nein, ich weiß, ein kleines Städtchen oder großes Dorf ist das. Sehr viel Kot war dort, es war Regen und sehr viel Kot und wir hatten nicht was mit uns anzufangen. So hat man uns heruntergeworfen und das ist es. Und dann sind wir, haben wir gefunden ein Haus, ein ganz demoliertes Haus. Sind wir hereingegangen dort und wir sind dort gesessen. INT: Wie lange war die Reise ungefähr von Czernowitz? EA: Die Reise war ziemlich lange. Das war nicht so weit, wie die das geschleppt haben und stehen geblieben und wieder gefahren und wieder_. Das war eine Quälerei, das die uns gemacht haben. Weiß nicht mehr, wie lange das war, aber es war ziemlich lange. INT: Sie haben kein Essen mit sich gehabt? EA: Nein, nein. Wir konnten auch nicht, wir konnten nicht mitnehmen, wir konnten nicht schleppen das alles. Viele haben, was man genommen hat, hat man auch weggeworfen.
Und wenn wir ausgestiegen sind dort, wir haben gewohnt in diesem dem-, demolierten Häuschen ein oder zwei Tage ohne Essen, ohne Trinken. Dann ist man gekommen und hat uns wieder getrieben heraus. Und man hat uns gebracht zum Dnister. Dort war eine Fähre und mein Vater hat getragen einen Pelzmantel. Und auf der Fähre waren zwei Deutsche und die wollten meinen Vater unbedingt ins Wasser werfen. Ich hab so gequietscht, ich hab so geweint, ich kann heute meine Stimme_. (4) <weinend> Ich weiß nicht, wie, wie mir gelungen ist, ob mir ist es gelungen oder ich weiß nicht. Die haben ihn nachher losgelassen. Aber die wollten ihn unbedingt ins Wasser werfen. Wir sind herübergekommen den Dnister, hat man uns getrieben so
wie Viehstücke auf der Straße. Man hat uns getrieben in eine Lager dort. INT: Es war dort ein Dorf auf der anderen Seite des Flusses? EA: Das war kein Dorf, Mogilev, das war eine Stadt. Das heißt Mogilev auf Podolsk (Mohyliw-Podilskyj). Es gibt zwei Mogilev. Wir waren in Mogilev Podolsk. Und von diesem Lager hat man jeden Tag weiter getrieben und weiter genommen und außerdem zur Arbeit genommen. Also ich hab angefangen Arbeit, Steine tragen. Stellen Sie sich vor, ich war damals 18 oder 19 und solche Steine getragen <deutet gestisch eine Breite von etwa 1 Meter an>. Das war meine Arbeit. Meine Hände waren ganz zerrissen, wund war alles. Eine Zeit lang hab ich das gemacht, (---) bis, ich weiß nicht, es war vielleicht zwei Jahre vergangen,
war dort ein Doktor Stern. Der Doktor Stern, ich glaube, er war aus Durnov (nach Gehör) oder Gura Humora oder Durnov (nach Gehör), eine von diese zwei Städte. Und der hatte zwei Neffen und die haben mich_. Wir waren befreundet mit diese zwei Neffen und die haben so ein Mitleid mit mir gehabt, was ich mache alles. Haben die mit dem Onkel gesprochen, weil er, er war Arzt und hat kontrolliert die Kinder, die im Waisenhaus_. Da waren Spitäler dort und hat er, haben die große Mitleid gehabt. Eines Tages sind die gekommen, sagt` se: "Komm zu meinem Onkel." Und er hat mir geholfen. Er hat mich, er hat mir gesagt, dass er braucht mich. Er hat mir gegeben einen Brief, dass er mich dringend braucht, dass ich kenn die Arbeit und ich hab gekriegt eine Banderole hier <EA zeigt Stelle am Oberarm> , dass ich arbeite für,
für den, für die Kranken oder ich weiß_. Und dann hab ich angefangen zu gehn in die Waisenhäuser. INT: Bevor wir zu dem kommen, wie war das Lager aufgebaut? EA: Aufgebaut. Es war gar nicht aufgebaut. Das war alles so, (--) ich weiß nur Baracken, Baracken waren das. // INT: Außerhalb der Stadt? /// Es war dort nichts, nur Juden, nur damit=man hingebracht hat, es waren gezählte Christen, die dort gewohnt haben, weil man hat die Männer nach Russland weggenommen=die=waren im Krieg, man hat sie ein-, mobilisiert und die Frauen sind geblieben. Waren meistens Frauen und Kinder. Und (--) dort waren wir. Kein Essen, nichts hat man gekriegt Essen, gar nichts. INT: Und in den Baracken haben Sie mit Ihren Eltern (--) // |EA: Die ganze
Familie. /// || zusammengewohnt? EA: War ein, ||| es war ein, ich weiß nicht, haben die das alleine gemacht oder war das dort. Das war aus Brett, war so eine Art Pritsch (Pritsche), ganze Länge, und da ist einer gelegen beim anderen. Und kein, wir haben doch kein Bettzeug, kein Leintuch gehabt, also selbstverständlich nicht. Was ich habe am Tage getragen, hab ich in der Nacht darauf geschlafen. Das ist, früh hab ich es angezogen und am Abend war das mein Bettzeug. INT: Es gab etwas wie Badezimmer? EA: Gott nee, wo Badezimmer? <schmunzelt> Wir haben Brunnen gehabt. Wir sind gegangen schleppen ein bissl Wasser von Brunnen und da hat man auch Angst gehabt, man soll jemand nicht sehen. Wir durften doch nichts machen, nichts durften wir. Keine Seife, kein Salz, kein Zucker, nichts, nichts, nichts, nichts. Wenn man hat schon gehabt etwas, dann war es ein bissl Kukurzmehl (Maismehl) oder war es von diese, so ein schwarzes Mehl.
Da hat man nur mit Wasser das und wir haben doch keinen Herd gehabt. Haben wir gehabt so ein rundes Eisen mit drei Füße und man hat paar Spandel gegeben und geblasen. Das ganze Gesicht war schwarz und so hat man etwas gewärmt oder gekocht oder_. Keine Seife nichts. INT: Und woher hat man doch ein bisschen Nahrung bekommen? EA: Schauen Sie, wenn ich hab so schwer gearbeitet, hab ich gekriegt so ein Stückel Brot. <EA zeigt mit Händen ein etwa zehn Zentimeter langes Stück>. Das war schwarz und voll Stroh, Stückchen Stroh drin und wenn Sie haben das genommen, Sie haben ausgeschmiert die Wände damit. Sie können sehr gut damit alles schmieren. Das war nicht Brot, die man essen kann, aber wir waren glücklich damit. Da hab ich jetzt schw-, leichter gearbeitet, aber ich hab nix zum Essen gekriegt. Das war sehr schwer. Sind wir gegangen stehlen. Und wohin stehlen? Mist. Man hat
Kartoffelschalen herausgenommen, wenn man gefunden hat. Wir haben Stengele von, von Kirschen gesammelt und gemacht Tee draus. Das war unser Tee, wenn es war. Nicht immer hat man das gefunden, weil jeder ist gelaufen, suchen. Und Gott behüte, wenn man jemanden erwischt hat. Dann hat er gekriegt. Dann hat er gekriegt. Es war in Mogilev war einer, der hat geheißen Barbolesko (nach Gehör), das hab ich mit meine Augen gesehen. Er hat Leute erwischt, herein gesetzt in einen Fass, lassen dort sitzen, ich weiß, 24 Stunden, oder wie viel, dann hat er sie herausgenommen und gelegt und 25 (Schläge) <EA schlägt in die Luft> gegeben, aber gegeben. Die haben so gequietscht die Leute, nur weil er gestohlen hat ein bissl, äh, Schale von Kartoffel oder_. Das war alles. Das war,
das war schrecklich. Das kann man sich nicht vorstellen. INT: Das waren, die Bewachung, das waren Rumänen? EA: Es waren meisten Deutsche, es waren wenige Rumänen dort, wenig, ja, wenige Rumänen. Meisten Deutsche. Und ich glaube, es war auch ein bisschen Glück im Unglück, denn die Deutschen haben die Rumänen nicht verstanden. Die haben sich nicht verstanden. Die haben gesprochen und haben sich nicht verstanden. (--) <seufzt>. INT: Es gab in dem Lager irgendeine jüdische Organisation, man hat versucht etwas_? EA: Ja, es gab eine jüdische Organisation, die konnte aber nichts tun. Wenn die Deutsche haben wollen deportieren von diesem Lager hundert Personen, sind die gek-, haben die gerufen die jüdische Organisation, wir brauchen morgen
hundert Leute. Oder haben sie gegeben oder haben die allein genommen. Da hat (es) kein Pardon gegeben. Man hat nie gewusst, wann das ist, nie, nie. Die Deutschen sind mit Hunde gelaufen, Tag und Nacht, und geklopft und gekommen. INT: Es gab in dem Lager so jemand wie ein Judenrat oder Judenälteste oder jemand, der verantwortlich war für ein, || für den Lager? EA: Für den Lager, für den Lager? ||| Nein, nein, das nicht, das nicht. INT: Es gab überhaupt ein jüdisches Leben? EA: Nein, wir haben wie Vi-, wir haben gelebt wie Tiere hat man gelebt. Wie Ti-, man war ver-laust [verlaust]. Sie müssen vielmals entschuldigen, aber jeder Mensch hat voll Läuse gehabt. Nicht im Kopf. Und jede Naht vom Kleid war voll
Läuse. Jetzt hab ich genommen, ich hab es ausgespült, ich hab geguckt, ist nichts da, ausgeputzt, ich hab gewaschen, wie viel ich konnte mich waschen, ich hab das Kleid angezogen, es war wieder voll. Das ist, das kann man nicht sich vorstellen, wie das gekommen ist. Ich kann das überhaupt nicht begreifen, von was und wie. Aber wir haben gelitten Hunger, wir haben gelitten Not, Kälte. Die Zähne sind_, viele haben Zähne gebrochen. Bei mir haben auch sehr viele Zähne sich zerbrochen dort. Mangel an Vitaminen. Wir haben dort überhaupt keine Vitamine gehabt. Das war ein Lager, das war nicht ein Lager, dass man hereingegeben hat in Ofen und du bist fertig. Da ein Lager, die man gequält hat die Leute. Man wollte sie langsam erledigen, ganz langsam. Und es ist ihnen sehr viel gelungen dort, sehr viel. Meine ganze Familie von meiner Mutter, alles ist gegangen. <Weinend> Hunger, Not,
Krankheiten, wenn du so viele Krankheiten_. Ich selber hab gehabt Bauchtyphus, Flecktyphus, Gelbsucht einige Male, ohne Arzt, ohne Medikamente. Aber wenn ich gehabt Bauchtyphus, ich hab Angst gehabt, man soll mich nicht nehmen Spital. Und man ist gegangen kontrollieren, ob es sind Kranke da, wo man ist. Auf allen Vieren bin ich gekrochen heraus, ein bissel Grünen (nach Gehör), man soll glauben, dass ich bin nicht krank, dass ich bin gesund. Einmal hat man mich erwischt. Dann hat man mich genommen in dieses Spital. Das war ein Fiktionsspital, nix, Medikamente bestimmt nicht. Wenn ich hab sehr hohe Temperatur gehabt, hat man mich gewickelt in einen kalten Leintuch oder ich weiß, was das war, Fetzen oder irgendetwas. Aber sonst nichts. Essen haben die auch nicht gegeben, die hatten nicht. INT: Das heißt, die Bevölkerung
rund um Sie herum hat auch kein Essen gehabt? EA: Nein, nur die, die schwer gearbeitet haben. Die, welche haben schwere Arbeit verrichtet bei den Deutschen, haben die gekriegt so ein Stückel Brot. Und was vorgekommen ist wegen diesem Stückel Brot, Kinder mit Eltern, Brüder mit Schwestern, das waren solche Skandäle [Skandale], man hat sich so geschlagen, nur wegen dem Stückel Brot. Jeder war doch so hungrig. Ich hab immer geweint und gesagt: "Gott, wann werd ich gerne kauen, etwas kauen, kauen." Nie gehabt. Aber wir haben einmal oder zweimal es uns gelungen zu stehlen von einen, von einen Garten, das war Zuckerrüben. Haben wir gehabt da zwei Zuckerrüben. Haben wir zerschnitten Stückel und aufgelegt auf diesen Feuer und die sind geworden so
schwarz-braun. Haben wir ge-, gesaugt davon. Das war so ein bissel süß. Aber sonst_. (--) <seufzt> Ich hab gearbeitet in diesen Waisenhäuser bei die Kinder. Ich bin gekommen, waren Kinder ohne Eltern, alle waren schon ge-, zu Grunde gegangen die Eltern. Kinder waren allein, ohne Aufsicht. Die haben dort irgendeine Aufsicht gehabt, wo die waren (-) von dieser jüdischen Gemeinde dort, das ist wahr. Kinder, solche kluge, schöne, süße Kinder. <Weinend> Ich kann das im Leben nicht vergessen, diese Handel [Hand], die kleine, wie die gestreckte Handel. Man hat ihnen etwas gegeben, was noch, ich will noch, die waren hungrig. Konnten nie gehabt was zu geben. Sind gekommen mit so einer Schüssel, Blechschüssel, man sollte ihnen geben. Das, d-, das war deren_.
Und trotzdem waren die Kinder, die haben gelacht, die waren sehr traurig, aber manchmal haben die gelacht und die haben komponiert Lieder, Gedichte. <weinend> (4) Diese Handel werd ich nie vergessen, diese Handel (Hände), wie die haben so gestreckte Handel. Und der Bauch war so groß, die Augen rein. Und die haben Lieder geschrieben und gesungen. Und ich hab neulich, bin ich gesessen und hab mir das so überlegt, welche Lieder, was waren die Lieder <EA nimmt Notizen zur Hand> (8). Hab ich hier, ich weiß nicht, ob es ist der Reihe nach oder nicht der Reihe nach,
aber das sind die Worte. Ich hab zwar keine gute Stimme, aber ungefähr: <auf Jiddisch (?) singend> "Es rauschen und sieden die Maschinen und es pfeift der Zug. Wir Verjugte (nach Gehör) sitzen drinnen, er führt uns zum Bug, wir Verjugte (nach Gehör) sitzen drinnen, er führt uns zum Bug. Dort wilder, breiter (nach Gehör) Dnestr, schickt ein großen Zug, von mein Mamen (nach Gehör), von mein Schwester (unverständlich, 2 Sek., nicht transkribiert), von mein Mamen (nach Gehör), von mein Schwester (unverständlich, 3 Sek., nicht transkribiert), und kein Käfer, kein Merceve (nach Gehör) ist vor uns voran. In ner Massengrippe (Massengrab?) großen legt man uns herein. In ner Massengrippe (unverständlich, 1 Sek., nicht transkribiert) legt man uns herein." <Ende singen>
(4) Apropos Massengrib (Massengrab?), Leute sind gestorben, man ist gefallen auf der Straße, man ist gefallen bei der Arbeit, man ist gefallen überall, Skelette gefallen, Männer, Frauen. Man hat sie ausgezogen, die waren ganz nackt. War so ein Wagen mit einen Esel, man hat alles heraufgeworfen auf diesen Wagen, einen Kopf hin, her hin. Da hat man das geführt auf den Friedhof, eine große Grube gemacht und alle zusammen hereingeworfen. (--) Ich erinner mich, meine Mama (4) war nicht am Friedhof, die haben (unverständlich, 1 Sek., nicht transkribiert) es war, die haben halt gemacht ein Massengrab, haben gelassen gehen, nach gehen den, die Tote, aber sonst durfte man nicht an Friedhof gehen. Und wenn ich wollte gehen, hab ich jeden Nacht gelaufen nach Tote, damit ich kann kommen zum Grab von meiner Mama, meiner Mama, meiner Mamas Schwester, meiner Mamas Bruder, zwei Brüder, die Kinder,
alles. Da geb ich Ihnen noch etwas, weiß ich auch nicht, ob es ist der Reihe nach, aber das sind die Worte. <singend> "Kleine Kind (Jiddisch, 33 Sek., nicht transkribiert). <singt Ende> Es geht noch weiter aber (6) <seufzt>. Oder haben die gesungen, hier auch paar Worte. <singend> (Jiddisch, 7 Sek., nicht transkribiert)
"Vernehm unsere Trären (nach Gehör), dass keiner soll uns nit stören, wenn wir schreien Schma Israel." <Ende singen> Hat nicht geholfen, nicht Schma Israel, nichts hat geholfen, nichts. (---) <weinend> Ich sag Ihnen, das sind Sachen, die kann man nie im Leben vergessen, nie, und das soll auch niemand vergessen. Ich hab nie im Leben geglaubt, dass ich werde herauskommen von dort, ich hab nie im Leben geglaubt, dass ich werde hinkommen. Aber ich hoffe, bete und wünsche, dass kein jüdisches Kind soll fühlen, dass was ich gefühlt hab. <weinend> (6) Ja. (---) So ist es. (4) Die Kinder dort im Waisenhaus, war ich in einem, war ich im zweiten,
ich bin gegangen, wenn man hat genommen, das was man dort hereingegeben hat. Nur Suppe hat man denen gegeben. Ich weiß nicht, was das war, was gar nichts, Wasser. Bin ich gegangen, man soll das immer durchmischen, die sollen alle kriegen, nicht nur Wasser, sondern was drin ist. Man soll das nicht nehmen, wegstehlen oder was. Ich sollte kosten diese Suppe. Ich habe nie gekostet, nie. Hat man mir einmal gesagt, wie kannst du. Hab ich gesagt: "Mein Löffel wird fehlen diesem Kind. Ich kann das nicht." <weinend> Ich konnte das nicht. Ich hab angeschaut diese Kinder, das war etwas schreckliches. Schrecklich. Und die haben solche, solche treue Augel (Augen), wenn jemand hat gestreichelt, die waren so glücklich. Das kann man sich nicht vorstellen. Die haben doch nichts gehabt. Nichts. Außer Essen nicht ein bissl, nicht ein gutes Wort, nicht ein bissl Liebe. Nichts. Darunter war auch Bub von meiner Tante, ein Cousin von mir. Der war 6 Jahre alt.
War er auch im Waisenhaus, der hat gekriegt solche Wunden zwischen den Finger, ich weiß, die haben das genannt Krätz. Ich weiß nicht, was das ist genau. Und (-) der ist auch Hungers gestorben. Meine Mutter, meine Tante, mein Onkel, Kinder von meiner Familie, meine Großeltern_. Meine Großmutter ist schon, glaub ich, unterwegs gefallen, nicht, sie war nicht mit uns. Andere Richtung hat man die genommen, unterwegs gefallen. Mein Großvater, hab ich diese Worte, Woche gesprochen mit jemanden. Sagt sie: "Ich war mit deinem Großvater im Lager in Woro-, Worochovka (nach Gehör)." Das hab ich zum ersten Mal diesen Namen gehört. (--) Hat sie auch erzählt, wie man hat gelitten, Hunger und alles mögliche. War sehr schwer. Aber da könnt ich Ihnen erzählen etwas. Ich weiß nicht, wie weit ich weiß davon.
Meine Mutter hat eine Tante gehabt, auch in Czernowitz und sie hatte einen Sohn, der hat geheißen Josef Bar. Der Josef Bar, das war eine lebendige Enzyklopädia. Der hat alles gewusst, er hat soviel gekannt, soviel Wissen gehabt in sich. Er war der einzige Sohn (-) und hat einen großen Posten gehabt in Bukarest. Und wenn es ist, die Russen sind einmarschiert bei uns, hat meine Tante sehr gefürchtet, sie bleibt abgerissen von der Familie. Sind die gekommen nach Czernowitz. Man hat die deportiert genauso wie uns. <hebräisch> Slicha (Entschuldigung) <schnäuzt sich die Nase>. (5) Wir sind gekommen Mogilev, man hat ihn zur Arbeit genommen oder hat man erkannt an ihm oder was, ich weiß nicht. Man hat ihn genommen in eine Büroarbeit,
denn sonst hat man das nicht getan dort. Man hat ihn genommen in eine Büroarbeit und man hat bei ihm verlangt, er soll alles hören, was Juden sprechen. Das soll der ihnen erzählen. Hat er gesagt: "Wie kann ich das, sind meine Brüder?" Hat er gesagt: "Du weißt, von hier wird keiner entkommen, aber wenn du das machst, du und deine Mutter wird zurückkommen." Er ist gekommen nächsten Tag, frägt der: "Nun, was hast du gehört?" Sagt er: "Man klagt, die haben nie was zu essen, man arbeitet sehr schwer." Sagt er: "Aber sonst, was spricht man?" Sagt er: "Nur davon", sagt er, "niemand spricht was anderes, nur essen und schwere Arbeit." Hat ihn dann gedroht. Sagt er: "Wenn du wirst nicht machen, was ich von dir verlange, sollst du wissen, wir werden dich niederknallen." Hat er gesagt: "Man soll mich niederknallen, aber ich werd das nicht machen." Nicht ihm gesagt, ja, aber der Familie. Und er hat geschrieben
ein T-, ein, ein Tagebuch Stenografie, wo das ist, weiß ich nicht. Und dann ist er gekommen wieder zu ihm, eines Tages ist man gekommen, hat in der Nacht ihn und seine Mutter deportiert. Und wohin hat man die deportiert? Zum Bug (nach Gehör). Und er hat sehr schwer gearbeitet. Man hat Leute, wenn man war nicht zufrieden oder bissl krank, hereingeworfen in eine große Grube und nicht getötet, man hat nur Steine auf ihn geworfen. Und nicht eine und nicht zwei, sondern voll. Er hat das gesehen, er hat sehr Angst gehabt und dann ist dieser Mann gekommen dorthin und hat ihm gesagt: "Erkennst du mich? Du hast noch hier Zeit. Wirst nicht entkommen, nur wenn du mir hilfst." Gut, wieder das selbe, schwere Arbeit, die sprechen nichts anderes, die E-, sind hungrig, die_.
Und er hat gespürt, das ist schon zu weit, dass man wird ihm etwas antun. War irgendein Feiertag, ein deutscher Feiertag, und die haben alle getrunken und waren lustig alle. Damals hat er sich durchgeschlichen und ist weg mit seiner Mutter. Es war dort ein Offizier oder ein Soldat, ein Deutscher und der hat gehabt, ich weiß nicht, was er gehabt hat. Eine Uhr oder irgendetwas. Er hat erzählt, aber ich erinner mich nicht genau was. Er hat ihn das gegeben und er hat zugemacht ein Auge und er ist weg. Und er hat sich in alle Dörfer, überall war er voll, ist er zurückgekommen, ist, nach Mogilev, wo wir waren. Man hat ihn überall gesucht. Bis die Russen einmarschiert sind, hat man ihn mobilisiert beim russischen Militär und die russischen Militär_. Er war sehr begabt und die waren eifersüchtig auf ihn. Hat einer gesagt: "Ja dieser Bourgeois (nach Gehör)." Hat man ihn am nächsten Tag
erschossen, die Russen. INT: Während der Zeit, wo Sie in Mogilev waren, kamen andere Transporte von anderen Lagern? EA: Es kamen sehr viele, sehr viele, das war voll. Überall voll. Da hab ich gewusst Guramora, Gadadorna, Daradau (nach Gehör), (unverständlich). Es war auch, äh, äh, Bukowina, die, die, der Regat von Bukowina. Es war von Dorohoi, es war vo-, es waren so viele, so viele Leute, alles war voll, voll. (--) Und es war ein sehr reicher Mann in Czernowitz, der hat einige Häuser gehabt in Czernowitz und der hat getragen so einen langen Ärmel hier <zeigt gestisch einen Ärmel, der länger als der Arm und die Hand ist>, der ist gegangen, war so ein kleiner <hebräisch>Schuk (Markt) dort, ich weiß, was man dort. Ist er gegangen und <zeigt gestisch, wie er etwas in dem langen Ärmel verschwinden lässt> hat, dort hereingezogen immer, Kartoffel und ist weg. Und man hat ihn einmal erwischt, da hat man ihn geprügelt, schrecklich. War schrecklich.
Ja <seufzt>. (---) Man kann sich nicht vorstellen, dass ein Mensch kann das alles überleben, das er kann das alles aushalten, durchhalten das alles. So viel Hunger, so viel Not, so viel Krankheit, so viel Schmutz, so viel Elend. Das ist, das ist unglaublich, dass man kann das durchhalten. Und deswegen leiden wir heute alle. Das ist eine, eine schwache Generation, eine unglückliche Generation. Keine schöne Jugend gehabt und nichts. <Ende Band 2>
INT: Nachdem Ihre Mutter umgekommen ist, sind Sie weiterhin in der gleichen Baracke geblieben? EA: Ja, ja. Ich hab von meiner Mutter gehabt einen Mantel und ein Plaid (Wolldecke). Da hab ich gedacht, nu, da hab ich mich womit zuzudecken, aber ich hab es herausgehängt, es soll sich auslüften. Ich hab nicht mehr gehabt was (gedacht es) hereinzunehmen. War dort eine Ukrainerin, sie hat das weggenommen. Ich hab Angst gehabt, ein Wort zu sagen. INT: Was ist mit dem Gold in den Schuhen passiert? EA: Wir haben es herausgenommen. Immer für ein bissl
Kukurzmehl (Maismehl) oder was. Aber wir doch so lange dort, das hat doch, für was hat das gereicht. Nichts. <seufzt> (10) Wir haben viel Angst gehabt, die Deutschen sind ja gegangen bis Stalingrad und dort haben sie gekriegt ein guten Klapp zurück und da sind alle bei uns so vorübergegangen. Wir haben doch keine Hotels gehabt dort oder was. Das war doch nur Lager. Und die sind in jeden Haus hereingegangen, wo die wollten. Gewöhnlich wir haben gehabt einen Keller, der Keller war durch den Ho-, wir haben gehabt, das war dort. Im, es war im Hof so zugedeckt, man hat das fast nicht gesehen und wir sind immer gelaufen uns dort verstecken. Und wenn die haben, wenn es war der Abzug, sind die überall hereingegangen und die haben geglaubt, die haben Häuser hier, die haben Wohnungen, die, die haben gesehen diese Armut und dieses
Elend und das alles, aber die haben immer gesucht junge Mädels, immer. Und ich hab mich gewöhnlich versteckt. Einmal hab ich gehört die Stiefel, wenn ich hab gehört diese Stiefel, da hab ich geglaubt na. Immer hab ich gedacht, jetzt ist mein Ende. Von den Deutschen diese Stiefel, wie die gehen, so bum bum. Was soll ich machen in diesem Moment. Ich hab erwischt so ein, war so ein Stückel Fetzen dort oder was und hab es auf mich herauf, hab mich hingelegt am Bett. War er, kommt herein der Deutsche und ich war allein, sagt er zu mir: "Was liegst du da, was hast du?" Vor Schreck hab ich nicht können reden, ich hab so gezittert, hab ich gesagt: "T, t, t, t, t, t, t, Typhus". Er hat gehört Typhus, er hat mich können erschießen, aber er ist weg. Ich weiß nicht, manchmal kommt, ich weiß nicht woher ich das genommen hab, das zu sagen. Und dann hab ich gehabt noch einen Fall. Das war auch beim Rückzug. Sind gekommen zwei Rumänen. Sind hereingekommen. Es war
einmal ein Geschäftel (Geschäft) irgendetwas, sozusagen ganz kleines. Ist er gekommen, wir sollen ihm geben die Schlüssel. Er soll das aufmachen, er will herein ins Geschäft. Probieren, erklären: "Es ist nicht unseres, wir haben nichts, wir sind (-) Flüchtlinge." Nein. "Du willst nicht geben. Ich werd dir zeigen." <imitiert drohende Geste mit dem Zeigefinger> Sind gegangen und haben gerufen Deutsche. Sind gekommen drei Deutsche mit die Rumänen und einer hat gehabt einen Stock, war er so dick und so hoch und hat aufgehoben zu mir den Stock auf meinen Kopf. Sagt er: "Warum gibst du nicht die Schlüssel, wir wollen da öffnen, gib uns die Schlüssel." Hab ich gesagt: "Ich hab keine, das gehört nicht mir. Meinetwegen brechen sie das auf, das gehört nicht mir." Hat ein zweiter Deutscher, der mit ihm war, gelegt die Hand auf den Stock und ihn weggeschoben und hat ihm gesagt: "Du sie ist deutschblütig, du siehst das nicht?" Die waren in der ganzen Ukraine, hat man doch nicht Deutsch
gesprochen und da hat er getroffen eine, die antwortet in Deutsch. Und der hat es nicht einmal bemerkt, aber der zweite hat erstmal. Sagt er: "Sag mal, bist du deutschblütig?" Sag ich: "Ja." Was hab ich schon zu verlieren? Sagt er "Wie?" Sag ich: "Meine Mutter ist Deutsche und mein Vater ist Jude und man hat mich hergeschickt mit meinem Vater und meine Mutter will mich so sehen." Sagt er: "Ich hab dir gesagt, sie ist deutschblütig." Sagt er: "Wie soll ich das machen?" Sag ich: "Brechen Sie auf, gehen Sie rein, es war gar nicht Sinn (nach Gheör), von`nem Stückel Seife." So <seufzt>. Oft sind die gegangen suchen da, bei Tag, bei Nacht, sind die gegangen suchen Frauen, Mädels, die Deutschen mit Hunde. Ich bin gelegen immer neben meinem Vater. Und meine Tante hat nie vergessen, vor dem Schlafen gehen, hat sie die Hand schwarz gemacht von das man gekocht hat draußen und hat mir mein Gesicht immer eingeschmiert und mit ein Tüchel. Hat man immer gewusst, ich bin die Frau von meinem
Vater. Ich soll aussehen alt, schmutzig und so war es. (5) Ja die sind gestanden einmal auf einem Balkon, das werd ich auch nie vergessen. Waren zwei, drei und unten sind gestanden eine Reihe Juden. Man hat probiert Schießen, welcher kann mehr erschießen auf einem Mal und die haben es gemacht, die haben geschossen. Da haben die gerufen Leute, man soll machen eine große Grube und man hat die Leute hereingeworfen. Das war alles nix. INT: Sie haben mir erzählt, äh, vorher, (-) dass Sie waren versteckt mit sechs anderen Frauen. Wann war das und wo war das? EA: Das war in Transnistrien. Wir waren, ich habe Ihnen gesagt eben, im Keller waren wir immer versteckt. Aber eine musste immer irgendwie herausgehen etwas bringen, ein bissl Wasser oder irgendetwas.
Und manchmal bin ich gegangen. Gewöhnlich, weil ich war die Jüngste, hat man immer vor mir (um mich?) Angst gehabt und ich auch. So dass ich bin nicht, ich bin sehr selten gegangen, aber einmal hat-, ist doch herein ein Deutsch (Deutscher) und da hab ich so ein großes Glück gehabt. Hab nicht geglaubt, dass ich komm hier heraus, nicht geglaubt. Gelungen. INT: Sie haben sich versteckt bei gewissen Ereignissen? EA: Wenn ich war nicht bei der Arbeit, dann war ich versteckt. INT: Und das war neben der Baracke oder in der Baracke? EA: Neben der Barack, neben der Barack (Baracke). INT: Und wer waren die sechs anderen Frauen, die sich mit Ihnen versteckt haben? EA: Das waren zwei Schwestern, eine lebt nicht mehr, die eine lebt noch in Tel Aviv. Und da waren noch andere drei, die weiß ich, ich hab verloren die, den Kontakt
mit denen, weiß ich nicht. Aber eine, weiß ich, lebt noch in Tel Aviv und die welche war mit mir zusammen dort. Waren zwei Schwestern, eine lebt nicht mehr und die zweite_. (13) <seufzt>. INT: Sie haben in diesem Waisenhaus gearbeitet, bis Sie befreit worden sind, oder Sie haben noch irgendwo anders gearbeitet? EA: Ich bin auch gegangen in die Volksküche. Ich weiß nicht, man hat zu mir vielleicht Vertrauen gehabt. Die Leute, die auch so gekocht haben etwas, sind weggegangen ne-, ich bin mit denen gegangen. Die haben das, Männer haben das Essen geschleppt dorthin, was man ihnen gegeben hat, hereingegeben, alles im Kessel. Man hat das gekocht und die Leute sind gestanden, eingereiht, solche kleine Töpperloch (Töpfe) und man hat denen etwas gegeben dort. Aber auch nicht immer. Und einer hat ja gekriegt und zehn haben nicht gekriegt. (---)
Ein Kleid bin ich geblieben von alle meine Sachen, ich bin nach Hause gekommen mit meinem einzigen Kleid. Ich glaube ich hab noch irgendwo ein Bild. Ich war schon herausgewachsen von diesem Kleid, aber dieses Kleid hab ich gehabt. Ich hab kein anderes gehabt. INT: Während dieser Zeit haben Sie Ihre Tage bekommen? EA: Nein. Ich hab meine Menstruation komplett verloren. Überhaupt nicht gehabt. Bis wir nach Hause gekommen sind, nach einer Zeit hat sich das beruhigt und das hat mir doch sehr viel gestört. Ich wollte Kinder haben, konnte nicht. Ich war in Behandlung in Hadassah, Beilinson (Krankenhäuser in Israel), privat. Nichts. INT: Wussten Sie im Lager,
was rund um Sie herum passierte oder gab es überhaupt || eine Nachrichten? EA: Nichts, gar nichts. ||| Kein Radio, keine Zeitung. Nichts. Jemand hatte mal etwas gesagt oder war es wahr oder war es nicht wahr. Das war alles, aber_. Wir waren so wie Viehstücke. Nix. Kein Buch, keine Zeitung, nix, nix, nix, nichts. Alles hat sich gedreht ums Essen. INT: Als die Deutschen sich zurückgezogen haben von Stalingrad, haben Sie gemerkt, // EA: Ja. /// dass es zu Ende geht? EA: Nein, ich hab nur bemerkt, etwas ist los, weil wir sind zu viele auf einem Mal und einmal ist gekommen zu uns ein Offizier, ein älterer Mann. Der war vielleicht 50. Für mich war das damals älterer Mann. Ist er gekommen und zwei Soldaten hat er mit sich gehabt. Und die, und hat gefragt, was machen wir da. Hab ich ihm erzählt,
dass man hat uns verjagt von zu Hause und wir haben nichts, alles verloren und wir sitzen hier und wir arbeiten, wir haben nix zu Essen und wir sind hungrig. Der hat mich angehört. Und man hat ihm gebracht, das werd ich nie vergessen, man hat ihm gebracht zum Nachtmahl Grießpaperl(Grießbrei). Hat er mich gerufen: "Kommen Sie, essen Sie." Ich hab Angst gehabt, ich hab Angst gehabt. Hab ich ihm=gesagt: "Danke ich kann nicht, danke ich kann nicht. Aber ich möchte so essen." Und da hat er mir gesagt: "Vorerst essen Sie und dann danken Sie." Vor Angst ich konnt es nicht herunterschlucken. Und in diesem Moment kommt jemand draußen und erzählt, weil die Ukrainer, die waren viel ärger als die Deutschen. Die waren Freiwillige und die waren schrecklich. Die waren (-) Mörder, geborene Mörder.
Sie kommen ein und erzählt, ist da ein Arzt, der lebte, der ist aus der Ukraine, ein jüdischer Arzt und zwei Ukrainer sind gekommen, die rufen ihm heraus, die wollen ihn umbringen. Und ich hab noch unwillkürlich gemacht "Hah!" Sagt er zu mir: "Was ist los?" Hab ich ihm erzählt. Hat er genommen seine zwei Soldaten, hat sie hingeschickt, die sollen aufpassen, sollen die herauswerfen und die sollen dort ihn behüten. Das ist mir einmal vorgekommen, dass einer war gut. (-) Und dann wenn er weggegangen ist, hab ich ihm gesagt: "Glück auf!" Hat er mir gesagt: "Wir und Glück." Das so haben wir schon irgendwie verstanden, aber genau haben wir auch nichts gewusst. Bis eines Tages haben wir gehört eine st-, das war vier Uhr vortags, einen starken, starken so Donner, so einen Sprung. Das war die Brücke über dem Dnister.
Die Deutschen sind abgezogen über die Brücke und die Partisanen haben die Brücke gesprengt. Und alle, welche waren auf der Brücke sind herein in den Dnister und auf unserer Seite sind die geblieben, konnten nicht rüber. Und es hat nicht lange gedauert, ist hereingekommen russischer Tank und ich erinner ich mich wie heute. Der erste Tank und der erste, der gekommen ist mit russischem Tank, hat geheißen Moglossow (nach Gehör). (--) Und die Partisanen haben geschrien, sind herumgelaufen in Straßen: "Ihr seid befreit, könnt herauskommen, ihr seid befreit." Wir haben Angst gehabt, wir haben, man hat nicht geglaubt. Bis endlich man hat gesehen, Leute sind gelaufen dort. Die Deutschen warten, vielleicht kriegen die noch was dort zum Essen, also man hat die dort erschossen, alle, welche sind gelaufen dorthin. INT: Die Partisanen waren jüdische Partisanen?
EA: Ja und Nein. Es waren verschiedene. INT: Und Sie haben während der ganzen Inhaftierung keinen Kontakt mit denen gehabt? EA: Nein, niemand, niemand von uns allen. INT: Aber Sie wussten, dass es dort gab Partisanen, || jüdisch Partisanen? EA: Nein. ||| Nein, nein, nein, wir wussten das alles nicht. (--) <seufzt> Und dann, wir sind herein der russische Tank und da hat man die alle gefangen genommen. Man hat denen gesagt: "Willst du, wir ziehen dir an die russische Uniform und gehst kämpfen gegen Deutschland." Haben die gesagt: "Das nicht." Man hat sie alle gefangen genommen. Was geschehen ist, weiß ich nicht. Aber das hat uns nicht viel gegeben. Wir haben auch nichts zu essen gehabt, trotzdem nicht (--) Man hat uns nichts gegeben, man hat nur alle Männer mobilisiert zum russischen Militär. So hungrig wie die waren, so nackt wie die waren, sofort zum
russischen Militär. Wir haben nix zu tun gehabt dort. Wir sind gegangen suchen ein Stückel Holz, ob, kann man noch irgendwo etwas finden oder irgendetwas zum Essen suchen oder ich weiß. Und dann ist gekommen eine Elittruppe von Russland, die ersten. Und da waren drei Männer. Einer hat gesprochen, außer Russisch selbstverständlich, hat er gesprochen Französisch, einer Englisch und einer war aus Moldawien, der hat gesprochen Moldawisch. Das ist Rumänisch. Und er hat gefragt, der hat gefragt, woher wir sind und was wir sind. Wir haben erzählt: "Wir sind Juden, man hat uns hierher geschickt, wir sind deportiert und wir haben nie was zu essen." Und dieser Jude hat gesagt so zu mir auf Rumänisch: "Sprichst du Rumänisch?" Sag ich "Ja". Sagt er: "Ich will dir etwas sagen,
aber keine Bemerkung. Ich bin auch Jude. Die dürfen nicht wissen, sonst bin ich der Erste, der fällt. Ich will euch helfen." Und die haben gehabt draußen so ein Auto, das war so wie, das war eine Wohnung. Er hat gebracht Mehl und Konserven. Er wollte, wir sollen essen alle. Und hat gesagt: "Wir sollen machen etwas gutes." Und da sagt er zu mir: "Kreplach". Dieses Wort hat er noch gesagt Jiddisch. Da haben wir schon gesehen, dass doch ein Jud, ja. Und d-, (wir) waren so viele Frauen, jede hat angefangen schnell, schnell, schnell, schnell. Wir haben gemacht und die haben gegessen und wir haben auch gegessen. Es war zum ersten Mal, dass wir was gegessen haben. INT: Und Ihr Vater war mit Ihnen? EA: Ja, mein Vater hat_, aber meine Mutter ist gestorben, mein Onkel ist gestorben und dann war er zusammen mit sein-, meiner Tante, Schw-, Schwägerin von meinem Vater, von meiner Mutter die Schwägerin.
War er mit ihr zusammen und ich war nicht viel mit denen zusammen. Zurück bin ich dann mit mein-, meiner Tante zurückgekommen. Mein Papa ist vorgegangen, wir sind nachgekommen. Wir haben sehr viel zu Fuß gegangen, sehr, sehr weit. Und ein bissl gefahren und gegangen und man wollte uns herunterwerfen, nicht einmal vom Auto. Das waren solche Lastautos. Wir hatten doch nichts, nicht gehabt was zu geben, zu bezahlen. Haben wir doch nicht gehabt. Und die Sonne war stark. Bin zurückgekommen, war ich rot, verbrannt von der Sonne, der ganze Körper und alles. Und bin gekommen bis zum Pruth, musst ich herübergehen nach Czernowitz, war schon Wache dort und man hat müssen haben eine Identitätskarte. Ich hab doch nichts gehabt, doch keine Papiere gehabt. Hat man meiner Freundin erzählt, dass
ich bin da, ich bin beim Pruth. Hat sie genommen von einer zweiten Freundin. // INT: Jüdische Freundin? /// Ja. Und hat mir gebracht ihren Pass und so bin ich herüber gangen Pruth. Da hat sie mich zu sich genommen, die Eine, ihre Mutter hat noch gelebt. Nach so viele Jahre das erste Bad. Ich hab schon nicht essen wollen, das war, das war für mich_, und ein Bett. Ich hab doch ein (kein) Bett gehabt, plötzlich hab ich ein Bett, wo ich schlafe drin. Und selbstverständlich hab ich auch was gegessen. Ich weiß nicht mehr was, aber ich war so glücklich. Ich bin drei, vier Tage gelegen, ich konnte mich nicht rühren. Unsere Wohnung war leer, unsere Möbel haben die Deutschen weggenommen und alles nach Deutschland geführt von unserer Wohnung. Nichts, nichts in unserer Wohnung gefunden, nichts. // INT: Das war im Sommer 44 [1944]? /// Ja.
<seufzt> (---) Die Wohnung war komplett leer. Alles aus-, alles ab-, ausgeraubt und weggenommen und da waren wir da. Hat mich eine Mutter von einer Freundin genommen zu sich und dann hat mich die zweite Mutter genommen zu sich, war ich da zwei Tage und da nen Tag und da hat man mir gesagt: "Du darfst nicht gehen auf die Straße. Man wird dich erwischen. Du gehst nach Sibir (Sibirien) oder nach Dombast (nach Gehör) zum (unverständlich)." Sag ich: "Warum?" "Weil du nicht arbeitest, jeder muss arbeiten. Aber sofort." Hat man mir gesagt, es gibt in Lluzhan, das ist paar Kilometer von Czernowitz, dort gibt es eine Spiritusfabrik und ich kann dort arbeiten, im Büro. Ich war sofort einverstanden, ich, ich wusste nicht, was ich machen soll. Ich will doch nicht fahren nach Sibirien oder nach Dombast (nach Gehör). Bin ich hingefahren, ich hab angefangen dort zu arbeiten und bin auch dort erkrankt, das`is meine Folgen Gallenschmerzen
gehabt, wahnsinnige Gallenschmerzen und ich hab müssen arbeiten, weil ich hab kein Temperatur (gehabt), gibt man kein <hebräisch> Chofesch (wird man nicht krankgeschrieben). Hab ich so gearbeitet, auf allen Vieren gekrochen und gearbeitet und (unverständlich, 1 Sek.), was man schon gekennt, was hab ich schon können haben dort, (unverständlich, 1 Sek.) ja. Gewohnt in nem Bauernhaus. <seufzt> Und ich wollte sehr weg, ich wollte nach Israel. Ich wollte heraus von Russland, ich wollte sehr raus. Aber das war nicht so leicht. Eines Tages, ich hab angegeben, ich hab gebeten, man soll mich befreien. Mein Vater fährt, meine Tante fährt, meine Mutter fährt und ich weiß. Na, meine Mutter hab ich gesagt, die ist schon in Israel und mein Vater ist in Israel. So hab ich ihm ge_. Vater und Mutter ist in Israel und meine Geschwister. Ich hab doch nie Geschwister gehabt. Und ich will man soll mich befreien, ich soll fahren. Hat man mich gerufen,
die NKWD, das ist die Geheimpolizei. Unzählige Male. "Warum ich will fahren?" Hab ich gesagt: "Weil meine Familie ist dort." Ich hab alles verloren, was ich noch hab, ich hab doch schon keine Mutter gehabt. Sag ich: "Meine Mutter lebt dort, mein Vater lebt dort, meine Geschwister leben dort." Sagt er: "Du bist jung. Du kannst dir machen eine Familie hier." Sag ich: "Ich habe eine Mutter, einen Vater, Geschwister, nee, nee." Sag ich: "Warum gönnst du mir nicht das? Ich hab soviel gelitten." Sagt er: "Du hast nicht lieb die Kommunisten", sagt er mir "und deswegen willst du wegfahren." Hab ich doch Angst gehabt. Hab ich ihm gesagt: "Ich werde treu bleiben Kommunismus ewig und werde alles machen, damit man für euch ist, weil ihr habt mich befreit. Und ich bitte dich, lass mich nicht allein." Ich hab angefangen schrecklich zu weinen. Hat er gesagt: "Wir werden noch sprechen." Nach einer Woche hat er mich wieder gerufen. Er wollte mich brechen, wissen Sie? Und er wollte mich vielleicht mit
einem Wort fangen, was ich, was ich nicht richtig sage. Aber es ist ihm nicht gelungen. Eines Tages hat er mir gesagt: "Gut. Du wirst fahren können, aber du musst jemanden anlernen." Ich hab dort ein ziemlich, äh, verantwort-, es war nicht so verantwortlich vielleicht, ich weiß. Gehalt war sehr klein. Und da hab ich angelernt eine, die dort gewohnt hat, keine Jüdin. Ich hab sie angelernt, sie hat gesagt, sie kann, ich weiß und ich hab sie angelernt und sie ist geblieben und dann bin ich gefahren nach Czernowitz. Von Czernowitz bin ich gefahren mit meinem Vater und meiner Tante nach Rumänien und man hat uns aber nicht nach Rumänien gebracht sondern Niemandsland und das war in der Nacht. Das hat so geregnet, das hat so gedonnert und wir hatten doch nichts. Wir haben doch noch nichts gehabt und die waren nass bis zur Haut herunter.
Alles ganz nass, durchgeweicht. Und man ist gekommen von Joint (American Jewish Joint Distribution Committee) Kinder nehmen und die Eltern wollten die Kinder nicht weggeben, die wussten nicht, wohin man geht. Also das ist man gekommen früh, man hat uns genommen, hat uns gebracht in eine Schtetl Dorohoi. Und dort war es sehr schwer. Es waren viele Leute. Viele gekommen dorthin. Haben wir ein kleines Zimmerle (Zimmer) gehabt alle drei und ich hab gesucht das erste, ich muss was arbeiten. Und da hab ich Unterricht gegeben Kinder, Privatstunden fürs Gymnasium. Hab ich unterrichtet dort einige Kinder. Hab ich etwas schon gehabt für meinen Vater, für mich. Und nachdem (---) hat man geschickt meine Tante, die hat geschickt jemanden zu meinem Vater mit Briefe, die war dann in Bukarest, sie hat geschickt zu meinem Vater mit Briefen und solche_. Und da hat sie gesagt zu mei-, hat sie geschrieben meinem Vater,
man soll mich mit ihm verheiraten. Ich hab ihn sehr nicht wollen. Das war Krieg und es waren Ehen neunzig Prozent, nicht die gepasst haben. // INT: Wer was (war) das denn? /// Bitte? // INT: Mit dem Sie sich verheiraten sollten? /// Dass dieser, dass ich war nachher verheiratet mit dem. // || INT: Aber wer war das? /// Ich hab dann geschieden. ||| Er hat geheißen Schabelman, Schabelman Chanoce. Er war aus Bessarabien de-, die haben eine gan-, die waren ganz anders, ich weiß nicht, die haben eine, die waren ganz, die waren nicht so wie wir, ich weiß nicht. Charakter anders, das Benehmen anders. Ich konnte mich nicht gewöhnen. INT: Und warum haben Sie ihn geheiratet? EA: Weil man hat mich gezwungen. Man hat mich verheiratet ohne zu fragen. Können Sie das vorstellen? Ich hab einmal so_, man hat gesagt, man will, ich soll ihn heiraten, hab ich einmal so geweint in seiner Gegenwart. "Ich will nicht heiraten,
ich will gar nicht heiraten." Aber dann hab ich gewohnt bei einer Frau, die hat gehabt einen, wie soll ich das sagen, eine Taverne. Und ich hab geschlafen dort auf einer Bank. // INT: Das war in Dorohoi? /// Ja. Hat sie mir gesagt: "Willst haben wenigstens ein Zimmer, willst haben was zu essen? Was, wie kannst du so leben?" Und mein Vater war damals, ich bin irgendwo gegangen, bin zurückgekommen, sagt er nur: "Masel tov, Masel tov, Masel tov." Und das war es und das hat mich sehr, mein ganzes Leben hat mir das_. (--) Das war, wir haben nebeneinander gelebt, aber nicht zusammen gelebt. Er hat mich vielleicht sehr geliebt, er hat mich sehr geliebt, sehr sogar. Aber das ist nicht genug. Ich bin gekommen hierher dann, bin gegangen_. // INT: Von Dorohoi? /// Sind wir nach Bukarest gekommen.
Wir haben, waren verheiratet nach Bukarest. Und in Bukarest konnte mein Vater nicht kommen und ich nicht kommen, weil Bukarest war überfüllt und man hat müssen eine spezielle Autorisa_ (Autorisation). Nicht genug, dass hier steht geschrieben, Sie dürfen wohnen in Bukarest. Sie haben müssen eine spezielle Autorisation, so Sie können wohnen in Bukarest. Und das Leute haben sehr viel Geld dafür gegeben. Ich hab kein Geld gehabt, ich hab doch nichts gehabt. Bin gefahren nach Bukarest und hab aufgesucht diesen, ich weiß, was für Büro das war dort. Und der hat mich gefragt: "Warum willst du kommen nach Bukarest?" Ich weiß, ich hab ihm sovieles geantwortet und hab ihm erzählt, was für ein schweres Leben ich hab hinter mir. Was ich hab alles mitgemacht und "lass mir noch die paar Jahre", sag ich. "Ich will ein bissl Gutes und du kannst mir das helfen." Und er hat mir geholfen. Er hat mir gegeben die Autorisation. Niemand hat mir geglaubt, ich hab kein Geld dafür bezahlt. Ich hab doch, ich hab doch nie
gehabt, auch wenn ich wollte. Ich hab nicht gehabt. Und ich hab gekriegt Autorisation meinem Vater zu kommen nach Bukarest. Und dann, wenn ich war schon verheiratet, haben wir eine kleine Wohnung gehabt, wir haben dort gewohnt. Mein Vater hat dann gewohnt mit meiner Tante ja, und (--), und dann wollt ich Kinder haben, ist nicht gegangen, weil_ (-). Hab ich Ihnen schon bereits gesagt, ja, ich hab, was wir alles mitgemacht haben, das_. Hab ich gemacht Untersuchung wegen Sterilität und Behandlungen, Hadassah, in Beilinson (Krankenhäuser in Israel), Privatärzte. Was hab ich nicht alles gemacht, hab ich gedacht, wenigstens ein Kind, an etwas sich klammern. Auch das ist mir nicht ge-, gegönnt worden. Also eines Tages haben wir geschieden, war nicht leicht. Und dann hab ich geheiratet meinen Mann,
den Mann meines Herzens, wie man das sagt. Den hab ich abgöttisch geliebt und der mich. Und wir waren so glücklich zusammen wie noch nie in meinem Leben, aber leider sehr kurz. (--) INT: Damals in Bukarest, Sie haben sich entschlossen nach Israel zu kommen? EA: Ja. // INT: Oder Ihr Mann war auch dafür? /// EA: Er war nicht dagegen, war nicht dagegen. Wir sind gekommen, wir waren jung. Hab ich mir gedacht, was werd ich anfangen, ich, etwas werd ich doch schon machen. Bin gekommen, die Sprache fast nicht gekannt, bin ich gegangen in eine Fabrik arbeiten. (-) Bin gestanden, hab gefiltert Sackel (nach Gehör) und die Tränen sind mir so gegangen. Ich hab mir nur gedacht, meine Mutter würde mich sehen in einer Fabrik stehen und arbeiten, sie stirbt sofort nochmals.
Und dort waren, war ein Tscheche, waren Deutsche, es waren aus Wien die Eigentümer und die haben mich sehr geschätzt, die Eigentümer, und die haben mich immer gefragt: "Sag mir, wie kommt es, du stehst und_?" Sag ich: "Ich lerne Iwrit. Ich muss weiterkommen", sag ich, "aber momentan ich hab nicht wovon zu leben." Wir haben gekriegt ein Zelt, wenn wir sind gekommen nach Israel, und einen <hebräisch> zrif (Hütte, Baracke). Und ich hab wirklich gelernt Tag und Nacht, einmal in Kadima und privat, trotzdem ich hab gearbeitet. Und dann bin ich geworden in der selben, am selben Platz bin ich geworden Telefonistin und dann bin ich geworden Sekretärin von, äh, <hebräisch> menahel koach adam (Personalleiter). Wie nennt man das Deutsch? Das ist_. (4)
Ja. Da hab ich zwanzig Jahre gearbeitet, mein Mann hat mich nicht lassen weiter arbeiten, wollte unbedingt ich soll aufhören. Sagt er: "Genug hast du gearbeitet in deinem Leben, genug hast du gelitten. Jetzt bist du Hausfrau." Ich bin nach Hause gekommen, sollst du sein lächeln, sollst du sein glücklich, sollst du sein zufrieden. // INT: Er hat in dieser Fabrik auch gearbeitet? /// Ja, ja, ja. Er war ein großer Boss dort <seufzt>. <Ende Band 3>
INT: Ihr Vater kam auch nach Israel mit Ihrer Tante? EA: Ja, vor mir. INT: Die haben geheiratet? EA: Ja. Waren verheiratet. (8) INT: Wie war der Kontakt mit Ihnen? EA: Mit meinem Vater sehr gut, meine Tante, die war halt Stiefmutter, eifersüchtig auf mich, weil ich jünger war als sie, war doch auch viel jünger als sie. (15)
INT: Was ist die Lehre, die die nächste Generation und die übernächste Generation von dem Holocaust nehmen muss? EA: Was die lernen müssen, schauen Sie, das kann man nicht belehren jemanden. Man soll die Kinder nicht verwöhnen, weil ich war ein verwöhntes Kind. Ich war die einzige und ich hab mehr gelitten als jeder. Das war viel schwerer für mich, außer Hunger, außer dem Hunger, davon sprech ich nicht mehr, aber ich war so verwöhnt. Ich hab immer geweint, und alles, alles hat mir wehgetan. Wenn, gleich am Anfang ich hab, musste etwas auswaschen, Höschen, für meinen Vater ein Hemd, ganz waren meine Finger rot mit Wunden und alles. Ich war nicht gewöhnt damit. Und heute sind sehr viele Kinder, man verwöhnt=sie. Ich versteh, eine Mutter hat sehr lieb ihre Kinder, sie
verwöhnt sie. Aber ein bissl muss man machen die Kinder hart fürs Leben. Muss man. Man kann gut sein zu den Kindern und trotzdem_. INT: Haben Sie Ihre Geschichte jemals jemanden erzählt? EA: Ja, ja. Na nicht so genau, teilweise. Ich kann darüber nicht sprechen, wissen Sie. Und es ist mir einmal so, wir haben gesprochen und ich wollte dort erzählen diese Geschichte, aber nicht alles. Meiner besten Freundin hab ich nicht erzählt. Sie wird nicht wagen zu fragen bei mir das, weil sie weiß, es ist schwer. Und ihr Cousin war mit mir zusammen im Lager. INT: Und wem haben Sie ja erzählt ein bisschen? EA: Gute Freunde, gute Freunde, gute Freunde. INT: Sie haben ihnen erzählt, weil Sie wollten oder weil man Sie gefragt hat?
EA: Nein, ich weiß nicht. War mir damals wahrscheinlich sehr, sehr bitter im Herzen. Und ohne zu wollen, ist das so gegangen. Und das kommt oft vor in der Nacht. Ich schlafe sehr wenig in der Nacht und wenn man nicht schläft, kommen alle Bilder vor den Augen. Man sieht alles noch einmal. Und überhaupt diese kleinen Kinder mit dieser Handel (Hände), das kann ich nicht vergessen. Das seh ich immer vor meine Augen. Und diese Augel (Augen), dies-, dieses Bitten, dieses, diese Au-, nur das anschauen, ohne was zu sagen. Das kann man nicht, das kann man sich nicht vorstellen. (4) Und ich hab was gestrich-, gestreichelt ein Kind, das war so geguckt mit solchen dankbaren Augel (Augen). Das kann man sich, das kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Das ist doch_ <seufzt>.
Ja. Ich wollte fahren nach Mogilev, suchen Grab von meiner Mutter, von meinen Tanten, Onkel. Hat man mir gesagt, du sollst nicht Bahn (nach Gehör) fahren. Alles ist auseinander, es ist kein <hebräisch> Beit Kwarot (Friedhof), es ist nichts. (10) INT: Frau Adorian, wir danken Ihnen sehr. EA: Sehr gerne. Es war sehr schwer, aber man muss es machen. Meine Pflicht hab ich gemacht. <Bild 1> EA: Kö-, Das ist meine Mutter, das ist mein Vater und das bin ich. Ich denke, ich war damals, ich weiß, 13, vielleicht 14. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich das war. Ein altes Bild. Ich hab noch einige Bilder,
die hab ich gekriegt von meinen Onkels aus Amerika, die haben noch damals gelebt. Und dadurch wir haben gar keine Bilder und nichts mehr angefunden. <Bild 2> Und das ist meine Großmutter, die Mutter meiner Mama, die ist im Lager umgekommen, gleich wie sie gekommen ist. <Bild 3> Das ist der jüngste Bruder von meiner Mama, den hat man umgebracht. // INT: Wie hieß er? /// Isidor, Iso hat man ihn genannt, Iso Ellenbogen. <Bild 4> Das ist die Schwester meiner Mutter mit ihrem Mann. Andere Bilder hab ich von ihr keine. Sie ist auch umgekommen im Lager mit ihrem Kind, 6 Jahre altes Kind. <Bild 5> Das ist der ältere Bruder von meiner Mutter mit seinem Kind, die war noch klein. Auch im Lager
umgekommen, mit seinem 16jährigen Mädel. Sie war eine Schönheit, leider. < Bild 6> Das ist die Tochter von meinem Onkel, das Sie früher gesehen haben. Hier ist sie ein bisschen größer. Eine Schönheit. Bei 16 Jahre ist sie umgekommen. // INT: Wie war ihr Name? /// Titi Ellenbogen. <Bild 7> Das ist mein Vater. Das ist unser Geschäft. Wir hatten ein Kolonialdelikatessengeschäft. Da steht er an der Tür. Das war in der Hauptstraße 44, Czernowitz. Heute hat man das verbaut. Aus Geschäft, kein Geschäft mehr da. <Bild 8> Also ich beginne oben rechts, das ist meine Mutter, das ist ein Cousin von meiner Mutter, umgekommen. Eine Tante
von meiner Mutter, eine Schwester von meiner Großmutter und die nächste auch eine Schwester von meiner Großmutter. Drei Töchter, Sohn und noch eine Tochter, alle umgekommen. Zweite Reihe rechts, das ist der Bruder von meiner Mama, der Jüngste. Das ist meine Großmutter, dann mein Onkel mit dem Kind. Dann am Schamel (Schemel) links, das bin ich, rechts ein Nachbarsmädel. Die anderen weiß ich nicht. Ich erinner mich nicht mehr an die Namen. <Bild 9> Das ist ein Schulbild vom Lyzeum. Alle in Uniform. Weiß nicht mehr genau, welche Klasse das war. Aber da seh ich die Botees (nach Gehör) und noch eine rumänische Professorin und die Turnlehrerin, die hat geheißen Taoto (nach Gehör), keine jüdische mehr drin. Nja. // INT: Und wo sind Sie? /// Ich bin
hinter der Lehrerin in der Mitte. // INT: Das war_? /// Die dritte Lehrerin links, hinter ihr steh ich, klein. // INT: Das war nur eine Schule für Mädchen? /// Nur Mädchengymnasium, ja. Nur Mädchengymnasium. <Bild 10> Das ist mein Zeugnis vom Gymnasium. Hab dieses, als Kind war es mir sehr wichtig, wollte das unbedingt mitnehmen und hab es mitgenommen. Leider konnten wir nirgends halten und man hat uns alles weggenommen. Ich hab es in meine Schuhe getragen, auch in die nasse Schuhe hab ich das getragen. Und wollte`s unbedingt retten. Das ist mir davon geblieben. <Bild 11> Das war mein Mann, geheiratet neunzehnsiebzig [1970] bis siebenundachtzig [1987]. Wir waren sehr glücklich zusammen. Er war
ein sehr guter Mensch. Hat mich sehr, sehr geliebt und ich ihn auch. <Ende des Interviews>
Antisemitismus
Antisemitismus in Schulen
Anzahl und Zusammensetzung der Einwohner der Ghettos
Arbeitsleben
Aus- und Einwanderungspolitik und -verfahren
Bedingungen unter sowjetischer Verwaltung
Befreiung der Ghettos
Berufe des Vaters
Bestrafungen in den Ghettos
Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden
Botschaft für die Zukunft
Bukarest (Rumänien)
Czernowitz (Rumänien)
Czernowitz (Rumänien: Ghetto)
Dokumente und Artefakte (Fotos) Vorkiegszeit
Dorohoi (Rumänien)
Ernährung in den Ghettos
Erschießungen
Familienangehörige im weiteren Sinne
Familienfotos (Fotos)
Familienfotos (Nachkriegszeit) (Fotos)
Familienfotos (Vorkriegszeit) (Fotos)
Familienunternehmen
Familienunternehmen (Fotos)
Fotografien (Fotos)
Fotografien (Fotos) 1935
Fotografien (Fotos) Nachkriegszeit
Fotografien (Fotos) Vorkriegszeit
Ghettopersonal
Ghettowachen, rumänisch
Hilfe in den Ghettos
Hilfe: bevorzugte Behandlung
Hochzeiten (Fotos)
Holocausterfahrungen, Unwille darüber zu sprechen
Hunger in den Ghettos
Israel 1948 (14. Mai) - 2003 (31. Dezember)
jüdische Identität
Kenntnis von Massenmorden
Kinderbetreuung in den Ghettos
Klassenfotos (Fotos)
Krankenhäuser in den Ghettos
Krankheiten in den Ghettos
Lebensumstände in den Ghettos
Lehre und Kunst mit Bezug zum Holocaust und/oder zum Krieg
Lujeni (Rumänien)
Massengräber
Maßnahmen und Gesetzgebung gegen Juden
medizinische Probleme nach der Befreiung
Migration aus der UdSSR
Migration nach Rumänien
Mogilev-Podolski (Vinnitsa, Ukraine, UdSSR : Ghetto)
Mogilev-Podolskij (Vinnitsa, Ukraine, UdSSR)
Morde in den Lagern
Musik (Aufführung)
psychologische Reaktionen auf Holocausterfahrungen
Rumänie 1939 (1. September) - 1941 (21. Juni)
Rumänien 1918 (11. November) -1939 (31. August)
Rumänien 1941
Rumänien 1944 (2. April) - 1945 (7. Mai)
Rumänien 1945 (8. Mai) - 2000 (1. Januar)
Schulen
schulische Dokumente/Dokumente des Bildungsweges (Fotos)
Soldaten, deutsch
Soldaten, sowjetisch
sowjetische Annexion von Bessarabien und der nördlichen Bukowina (Juni 1940)
sowjetische politische Polizei
Transnistrien
Transport ausCzernowitz (Rumänien : Ghetto)
Transport nach Mogilev-Podolski (Ukraine, UdSSR : Ghetto)
Transporte, Transportmittel
Transportvorbereitungen
UdSSR 1941
UdSSR 1941 (22. Juni) - 1945 (7. Mai)
UdSSR 1944
UdSSR 1944 (Januar) - 1945 (7. Mai)
UdSSR 1945 (7. Mai) - 1953 (5. März)
Verstecken und Untertauchen in den Ghettos
Züge, Fracht-
Zwangsarbeit in dn Ghettos
Zwangsarbeit: Arbeit im Steinbruch
Cousins/ Cousinen Josef Bar*
Cousins/ Cousinen, mütterlicherseits Titi Ellenbogen
Ehemänner Aharon Adorian
Frühere Ehemänner Chanoce Schabelman
Gefangene Stern*
Großmütter, mütterlicherseits Yochewet Ellenbogen
Großväter, mütterlicherseits Mendel Ellenbogen
Interviewer Sonia Schwarz
Interviewte Erna Adorian
Mütter Dora Isser
Onkel, mütterlicherseits Isidor* Ellenbogen
Onkel, mütterlicherseits Ellenbogen
sonstige Beziehungen Barbulescu*
Tanten, mütterlicherseits [Ellenbogen]
Väter Jerucham Isser